Aufwertung des Mahnmals zur Erinnerung
an den Anschlag auf das Oktoberfest 1980
 
Der rechtsextremistische Bombenanschlag vom 26. 9. 1980 auf das Münchner Oktoberfest, bei dem 13 Menschen getötet und über 200 teilweise schwer verletzt wurden, war der schwerste Bombenanschlag in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Um an dieses Ereignis zu erinnern, gab es seit 1982 ein Denkmal in Form einer Stele am nördlichen Hauptausgang des Oktoberfestes. In der Inschrift wird neutral an den Bombenanschlag erinnert. Die Namen der damals Getöteten wurden später an der Seite der Stele angebracht.

Ein Modell des neugestalteten Mahnmals bei der Diskussion im Stadtrat.
Da die WiesnbesucherInnen dieses Denkmal nie respektvoll wahrnahmen, gab es im Lauf der Jahre verschiedene Versuche, das Denkmal aufzuwerten. So wurde ein Sockel errichtet, Blumenkübel aufgestellt, eine Mauer hinter der Stele aufgebaut und ein Blumenbeet neben den Sockel verlegt.

All dies hat die Situation weder würdiger gestaltet noch zu einer höheren Aufmerksamkeit für das Denkmal und seiner Bedeutung geführt. Um dies zu ändern habe ich für die Fraktion der Grünen/Rl zum 25. Jahrestag des Anschlages - 2005 - den Antrag gestellt, die Denkmalsituation entsprechend der Bedeutung dieses Ereignisses deutlich aufzuwerten. Dies führte zu mehrjährigen Diskussionen in verschiedenen Gremien. Schließlich gelang es durch die Beauftragung des Künstlers Friedrich Koller eine Lösung zu finden, die jetzt allgemein Anerkennung findet:

Die Stele wurde wieder ebenerdig freigestellt. Darum herum kommt ein ca. 2,30 m hoher Bogen in Form einer Stahlplatte der etwas mehr als den halben Radius verdeckt. Aus dieser Stahlplatte werden Fetzen wie nach einer Explosion herausgestanzt. Diese Teile finden sich dann über die ganze Breite der Eingangsstraße verstreut in den Boden eingelassen wieder.

Das Denkmal zeigt jetzt die Wucht und die Gewalt dieses Anschlages. Es vermittelt durch die zerfetzte Außenhülle und die im Boden eingelassenen Eisenfetzen wenigstens etwas von der zerstörerischen Gewalt der Explosion. Dieses Denkmal wird auch zur Wiesnzeit wahrgenommen werden – im Gegensatz zur bisherigen „oktoberfestkombatiblen“ Gestaltung, die die Wiesnbesucher nicht stören konnte. Das neue Denkmal setzt ein unübersehbares Zeichen des Erinnerns am Haupteingang.

Wichtig ist auch, dass die Namen der Opfer jetzt deutlich hervortreten. Durch eine ergänzende Erläuterungstafel, wenige Meter vom Denkmal entfernt wird, demnächst auch endlich auf den rechtsextremen Hintergrund des Anschlages hingewiesen. Ich bin froh, dass sich nach langer Debatte eine große Mehrheit im Rathaus unserer Initiative angeschlossen hat.“

I


Siegfried Benker | siegfried.benker@muenchen.de